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LEO SLEZAK
1873-1946
Mein Tipp:
Wenn Sie auch zu den Menschen gehören, die bei alten Schwarzweiß-
Filmen, die leider nur noch zu sehr später Stunde gesendet werden,
feuchte Augen bekommen, dann hören Sie doch mal in Leo Slezaks
"Musikalische Erinnerungen zum 50. Todestag" hinein. Diese zu
den Kunst- und Kulturtagen in Rottach-Egern 1996 erschienen CD enthält
jede Menge historischer Aufnahmen aus den Jahren 1907-1931.
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Leo Slezak †
Leo Slezak wurde am 18.August 1873 in
Mährisch-Schönberg geboren. Wegen seiner berüchtigten Späße musste
der junge Leo die Realschule bereits nach der 4. Klasse verlassen und
versuchte sich danach kurze Zeit als Gärtnerlehrling und machte dann
aber doch eine Schlosserausbildung. Seine Karriere als Sänger verdankte
er mehr oder weniger dem Zufall, obwohl er der Bühne schon seit seiner
ersten Statistenrolle sehr zugetan war. Der berühmte Bariton Adolf
Robinson hörte den jungen Leo der (als Statist) alle Chorstellen
lauthals mitsang. Er nahm Leo Slezak als Schüler auf, der noch während
seiner Ausbildung zum Militär ging und sich anschließend als
Advokaturschreiber verdingte.
Seinen ersten Vertrag - am Brünner Stadttheater - erhielt er 1896,
wurde aber da noch nicht beschäftigt. Erst als der Bassist Shukovsky bei
seinem Benefiz darauf bestand, dass Leo im "Lohengrin" die
Titelrolle singen sollte, durfte der junge Künstler auf der Bühne
stehen.
Es wurde ein großer Erfolg, und den jungen Leo zog es an die
Königliche Hofoper in Berlin, obwohl er in Brünn zum Publikumsliebling
avanciert war. Nach einem Jahr in Berlin, wo er sich selbst zum
"Gesangsbeamten" degradiert sah, wechselte er nach Breslau, wo
er auch seine Frau Elisabeth Wertheim kennen lernte, mit der er Zeit
seines Lebens eine glückliche Ehe führte.
Es folgten Konzerte im Londoner Coventgarden und in Wien. 1901 ging er
an die Wiener Hofoper, wo er viele große Rollen spielte. Er studierte
in Paris beim berühmten Tenor Jean de Reske alle für ihn in Frage
kommenden Arien in der Originalsprache, um auf eine internationale
Karriere vorbereitet zu sein.
Von 1908-1912 gehörte er als Tenor der Metropolitan Opera an und machte
dann zwei weitere Jahre Tourneen durch die USA. Mit dem Eintritt
der USA in den 1.Weltkrieg kehrte er nach Europa zurück. Das Wiener Publikum nahm
ihn mit offenen Armen wieder auf. Ende der zwanziger Jahre widmete er
sich immer mehr der Operette und 1932 gab er sein Debüt als
Filmkomiker.
Als er 1934, nach einer gelungen
Othello-Aufführung, still und bescheiden von der Bühne abtrat, ahnte
niemand, dass dies seine letzte Vorstellung gewesen war.
Leo Slezak, der sich 1910 in Egern (heute ein Teil von Rottach-Egern) am
Tegernsee ein Sommerheim kaufte, liegt auf dem Egerner Friedhof neben
seiner Frau begraben. |